Ausblick
Auch der Rechtsstatus dieser Minderheit hat sich seit 1980 erheblich verbessert. Im Storting, dem Norwegischen Parlament, gibt es einige Ausschüsse, die sich mit den Rechten, der samischen Selbstverwaltung und vor allem mit der Regulierung der natürlichen Ressourcen befassen. In dem "Ministerium für das Kommunalwesen" ist die samische Bevölkerung durch einen eigenen "Politischen Beauftragten" vertreten.
Vor allem aber vertritt die offizielle norwegische Politik den Standpunkt, "dass die Samen trotz ihrer norwegischen Zugehörigkeit eine ethnische Minorität und ein eigenes Volk darstellen". Damit haben die Samen das Recht auf die eigene Identität, eigene Kultur und die ihnen eigene Sprache. Jarl ist ein typischer Same. Seine Gesichtshaut ist von Wind und Wetter gegerbt, so als ob die rauhe Landschaft hier ihren Abdruck hinterlassen hat. Er trägt eine Hose aus braunem Rentierfell und die typischen, vorn spitz zulaufenden weißen Fellschuhe, die Scoller. Anstelle eines Pullovers trägt er seine Kofter, das ist ein traditionelles, blaues Kleid, das unten in einer Art Faltenrock endet. Dieser ist mit Bändern und Bordüren in den typische Samenfarben geschmückt. Ein breiter Gürtel mit vielen großen Silberbroschen und einem Messer ziert seine Hüfte.
An Feiertagen und zum Kirchgang trägt er seinen schneeweißen Pelzmantel aus Rentierfell.
Während des Osterfestivals singt Jarl in der großen Festhalle die den Samen eigenen Lieder; den Joiks, den Jahrhunderte alten Gesänge der Samen. Diese für unsere Ohren fremde und unverständliche Musik, ist Teil der Samenkultur. Sie diente einst dazu, die Geschichte dieses Volkes weiterzutragen an ihre Nachkommen. Sie war aber nicht nur Informationsübermittlung, vielmehr war der Joik die in Poesie und Melodie gefasste Form der Erzählung und der Überlieferung von Tradition. So wurden und werden die Joiks noch heute von Generation zu Generation weitergegeben. Allerdings stets auf neue und der jeweiligen Person eigenen Weise. Sie bedeuten jegliche Form der Kommunikation, der Kunst und dienten einst den Schamanen als Heilgesang. Von den fremden Eroberern missverstanden, waren sie zeitweise verboten und ihre Ausübung wurde durch den dänischen König Kristian IV. im Jahre 1609 mit der Todesstrafe belegt. Ausgesprochen beliebt ist die Form des Joiks, der den Charakter eines bestimmten Menschen beschreibt und dem dieser Joik gewidmet ist. Glück hat wem dies widerfährt. Er wird zu seinem Besitzer.


