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Wer ist Same?

Etwa 70.000 bis 80.000 Samen gibt es zur Zeit in den verschiedenen Ländern Nordeuropas. Davon leben etwa 40.000 in der norwegischen Finnmark. "Same ist man, wenn man sich selbst als Samen auffasst und außerdem samisch als Muttersprache hat..." (Samengesetz vom 12. Juni 1987.) Es ist noch nicht lange her, da folgten die Samen ihren Rentierherden quer durch ganz Nordeuropa. Ihr Lebensraum erstreckte sich von Kola, wo sie vom Fischfang lebten bis hin nach Lappland. Im Mittelalter lebten die Menschen in sogenannten Siidas. Das waren kleine, kommunale Wohngemeinden, die über ein eigenes, gemeinschafttliches Land verfügten. Sie lebten vom Fischfang und von der Jagd.

Die "Zivilisation" war an den entlegenen Landstrichen im nördlichsten, unwirtlichen Europa lange Zeit nicht interessiert. Die Finnmark war Niemandsland. Im 17. und 18. Jahrhundert kamen die ersten Siedler aus dem fernen Süden. Im krassen Gegensatz zu den Lebens- und Erwerbsgewohnheiten der Samen brachten sie die Landwirtschaft mit. Landwirtschaftliche Produkte, wie Milch und Wolle erschienen auch den Samen sinnvoll. Bis 1751 dann die Grenzen gezogen wurden. Die nordischen Staaten einigten sich auf deren allerdings noch ungenaue Festlegung. Daraus resultierte, daß manche Samenfamilie von zwei Ländern gleichzeitig zwecks Steuererhebung zur Kasse gebeten wurden.

Durch diese Grenzfestlegung wurde den "zivilisierten" Staaten der Zugriff zu den Gebieten ermöglicht. Erforschung, Gesetzgebung und Ausbeutung der natürlichen Lebensgrundlagen waren die Folge. Die Wasserkraft, hochgelobte, angeblich umweltfreundliche Energiequelle, führt durch den Bau von Staudämmen zu regelrechten Katastrophen. Es gibt kaum noch einen Fluss, der von der Quelle bis zur Mündung seinem natürlichen Bett folgt. Dadurch wurden Jahrtausende alte Wanderwege der Rentiere und ihrer Hirten versperrt und natürliche Weidegründe unter Wasser gelegt. Den Lachsen, die einst zu Millionen die Flüsse aufstiegen, wird der Weg zu Ihren Laichgründen unzugänglich gemacht. Die Folge ist, dass es nur noch wenige Flüsse gibt, in denen im Herbst einige wenige Wildlachse aufsteigen, nachdem sie vier bis fünf Jahre Ihres Lebens im offenen Atlantik verbracht haben. Selbst das Überleben dieser Restbestände ist bedroht. Neue, noch unbekannte Krankheiten und Parasiten sind der Grund für eine weitere Verringerung der Population.

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